Deutsche Anti-Piraten-Kämpfer frustriert
Die Seeleute des deutschen Kontingents innerhalb der europäischen Anti-Piraten-Mission vor Somalia sind frustriert, wenn sie festgesetzte Piraten aus politischen Gründen wieder laufen lassen müssen.
Das erklärte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, General Rainer Glatz, am Mittwoch bei seinem Truppenbesuch in Djibouti. Er fordert einen internationalen Gerichtshof gegen Piraterie.
Nach Aussagen Glatz’ ist in der Piraterie vor Somalia die Grenze zur organisierten Kriminalität längst überschritten. Das macht er an dem Beispiel der Mutterschiffe deutlich: Wurden im vergangenen Jahr 19 größere Pirateneinheiten ‘neutralisiert’, waren es allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres schon 116. Und zugleich funktioniert der ‘Nachschub’ in Somalia mit kleineren Angriffsbooten immer besser. So sind gegenwärtig 22 Schiffe mit 499 Seeleuten in der Hand der Piraten. Freilassung erfolgt nur gegen Lösegeld, wobei die Summen steigen und zuletzt bei 9 Millionen Dollar für einen Tanker lagen. ‘Wir nähern uns in diesem Jahr der Grenze von 100 Millionen US-Dollar an Lösegeld’, sagt Glatz. Mehr…