Schiffsentführung im Schichtbetrieb
Somalias Piraten sind der größte Arbeitgeber der Region: eine perfekt organisierte Firma, an der auch kleine Leute Anteile erwerben. Ihre Lieblingsbeute: Deutsche.

Am Morgen des 4. April 2009 pflügt das deutsche Containerschiff Hansa Stavanger vor der Küste Somalias durch den Indischen Ozean. Seit ein paar Monaten fährt es im Linienverkehr die »Ostafrika-Schleife«: von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) über Oman nach Ostafrika, dann einmal über das Meer nach Indien und wieder zurück in die VAE. Es ist eine lukrative, aber risikoreiche Route, weil sie zweimal quer durch das Somali Basin führt, das gefährlichste Seegebiet der Welt. Hier machen somalische Piraten Jagd auf Handelsschiffe, um sie zu entführen und Lösegeld zu erpressen. Die Hansa Stavanger ist ein leichtes Opfer: Ihre Bordwand ist niedrig, ihre Höchst¬geschwindigkeit beträgt gerade mal 18,2 Knoten (33,7 km/h). Bei der internationalen Kriegsflotte, die vor Somalia operiert, heißen solche Schiffe »goldene Gänse«. Bisher ist alles gut gegangen. Heute jedoch gab es eine aktuelle Warnmeldung vom »Maritime Security Centre – Horn Of Africa« (MSCHOA) der europäischen Seestreitkräfte vor Afrika – mit der Aufforderung, das Gebiet weiträumig zu umfahren. In den letzten zehn Tagen wurden hier sieben Handelsschiffe überfallen. Kapitän Krzysztof Kotiuk lässt Stacheldraht um die Reling winden und legt Feuerlöschschläuche bereit. Dann steuert er die Hansa Stavanger direkt in die No-go-Zone….
So beginnt mein Bericht über Piraten im aktuellen P.M. Wissensmagazin. Eine Vorschau gibt es hier. Den ganzen Bericht am Kiosk.